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Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach Posts

„Nie wieder ist jetzt“ – Demonstration am 03.02.2024 ab 14:00 Uhr in Eisenach

Nach den Enthüllungen von Correctiv zeigt sich, welches rassistische Menschenbild die AfD vertritt. Rechtsextreme und die AfD als ihr parlamentarischer Arm planen die Deportation von Millionen Mitmenschen. Das hat Hunderttausende aufgerüttelt und zu gemeinsamen Protesten in ganz Deutschland bewegt. Diese Menschen gingen in den letzten Wochen für eine demokratische, solidarische und offene Gesellschaft auf die Straße. Eine wehrhafte Demokratie braucht die Kraft aller, um sich gegen die faschistischen Umtriebe zur Wehr zu setzen. Denn die AfD wiegelt einerseits ab, zum anderen gibt sie das Vorhaben offen zu.

Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, unsere Demokratie durch unsere Proteste auf der Straße zu verteidigen. Wir dürfen nicht nachlassen, die Politiker der demokratischen Parteien aufzufordern, sich in den Parlamenten für diese wehrhafte Demokratie stark zu machen.

Damit der Protest nicht abflaut, ruft das Bündnis gegen Rechtsextremismus für den 03.02.2024 ab 14:00 Uhr zu einer Demonstration „Nie wieder ist jetzt“ durch die Eisenacher Innenstadt auf. Beginnend und endend am Markt werden wir auch in Eisenach zeigen, dass auch unsere Stadt ein demokratischer Ort ist, in dem Vielfalt, friedliches Zusammenleben, Solidarität und Engagement zu Hause sind.

27.01.2024: Menschen ins Gedächtnis rufen

Wir haben auch in diesem Jahr wieder durch die Erinnerung an die deportierten und ermordeten Eisenacher Menschen an alle Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Anders wie in den vergangenen Jahren schwiegen wir nicht in unserem Gedenken, dieses Jahr wollten wir den mit uns Gedenkenden zeigen, dass die Menschen, welche deportiert und ermordet wurden, wie alle anderen Menschen ein normales Leben führten… bis zum dem Zeitpunkt ihrer Deportation in den Tod.

Nach einer kleinen Eröffnung am Marktbrunnnen wählten wir zwei Wohnorte jüdischer Menschen in der Karlstraße: vor der Thalia-Buchhandlung und auf Höhe des dm-Marktes, im Herzen der Stadt.

An beiden Adressen machten große Stolpersteine auf den Ort aufmerksam. Die Stolpersteine wurden durch weiße Rosen eingerahmt. In Gruppen versammelten sich die Gedenkenden und wurden durch uns über die hier lebenden Menschen informiert, über ihr Leben und über ihr Schicksal. Musikstücke umrahmten die Szenen an den Orten.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus bedankt sich bei allen Menschen, die vorbereitet, geholfen und vor allem, die teilgenommen haben.

Stolperstein-News

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach ruft auch 2024 wieder im Monat Mai zur jährlichen Putzaktion der Stolpersteine in Eisenach auf.
An mittlerweile über 50 Stellen liegen im Eisenacher Stadtgebiet die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig.

Die Stolpersteine erinnern an viele Bürger der Stadt, die aufgrund ihrer Religion, ihrer politischen Einstellung, ihrer Sexualität oder ihres Lebenswandels durch die Nationalsozialisten in Nazideutschland verfolgt, deportiert, umgebracht, in den Selbstmord getrieben oder zur Ausreise gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen.

Durch die Tötungsmaschinerie wurden ganze Familien, Senioren und Kinder ausgelöscht.Um diese Menschen zu Gedenken werden seit dem Jahr 2009 in der Stadt die Stolpersteine durch das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach verlegt.

Im letzten Jahr konnte mittlerweile der 136. Stolperstein verlegt werden. Weitere Stolpersteine werden in den nächsten Jahren hinzu kommen.

Wer einen oder mehrere Steine putzen möchte, meldet sich zur Koordination unter stolpersteine[at]bgr-eisenach.de oder unter 0170-5952155.
Foto: Frank Rothe, Eisenach

Gedenken an die Deportation jüdischer Menschen von 80 Jahren

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach erinnert an die Deportation jüdischer Menschen aus Eisenach und Umgebung. Es waren Bürger, Nachbarn, Arbeitskollegen, Klassenkameraden, Freunde und Verwandte.

Eisenach am 09. Mai 1942: Es ist scheinbar ein Tag wie jeder andere. Doch am Ende des Tages werden in der Stadt 58 Bürger weniger wohnen. 58 Menschen, von 6 bis 63 Jahre alt, werden im Hauptbahnhof in den Zug Richtung Osten steigen müssen.

May 9, 1942, Deportation of Jews from Eisenach, Germany
(https://www.yadvashem.org/holocaust/this-month/may/1942.html)
May 9, 1942, Deportation of Jews from Eisenach, Germany
(https://www.yadvashem.org/holocaust/this-month/may/1942.html)

Ein Tag später wurden insgesamt 1002 Menschen aus ganz Thüringen von Weimar nach Bełżyce deportiert. Ob sie ahnten, dass sie ihre geliebte Heimat, die so menschenverachtend geworden war, nie wieder sehen werden?

Vor 80 Jahren hat die Stadt ihr jüdisches Leben endgültig verloren.

Angefangen hat der Terror ab 1932 mit Ausgrenzung, Antisemitismus, Berufsverbot und Verschlechterungen der Lebensbedingungen. Einzelne Menschen wurden wegen Nichts in Gefängnisse bzw. Konzentrationslager festgesetzt. Auch vor Mord schreckten die Machthaber nicht zurück. Im Jahr 1938 wurde die schöne Synagoge in der damaligen Wörthstraße, heute Karl-Marx-Straße zerstört.

Zur Erinnerung an die Ereignisse vor 80 Jahren ist geplant, eine weitere Gedenktafel im Hauptbahnhof anzubringen und einer kleinen Straße ihre alten Namen wiederzugeben.

Diese Liste beschreibt in bürokratischer Art und Weise die Deportation in den Tod (Quelle: https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_mid_420510.html):

Danke!

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach sagt „Danke“! Über 1900 Menschen haben bis heute mit ihrem Namen unter dem Offenen Brief des Bündnisses vom 04.02.2022 online Gesicht gezeigt und damit ihre Kritik an den sogenannten „Corona-Spaziergängen“ in der Stadt Eisenach zum Ausdruck gebracht.

„Wir sind überzeugt, dass dieses einfache und klare Angebot zu einer Meinungsäußerung die Unterzeichnenden bewegte, ihren Namen unter unseren Offenen Brief zu setzen.“ Jörg Rumpf als ein Sprecher des Bündnisses ist erfreut. „Auch wenn es im normalen Leben viele Themen gibt, in denen sich die Unterzeichnenden garantiert uneins wären, hier in diesem einen Punkt und in dieser Form des Gesichtzeigens waren sie sich einig. Das gibt mir und uns Hoffnung, dass es in unserer Zeit trotz aller Gegensätze gemeinsame Positionen gibt, welche einen Dialog über unser Zusammenleben in unserer Gesellschaft ermöglichen.“

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach vereint unterschiedlichste Menschen aus Eisenach und der Region. Es finden sich Vertreterinnen von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen genauso wieder wie Privatpersonen, welche ein Ziel vereint: die demokratische Gesellschaft zu erhalten, indem sie sich dem drängendsten Problem der Region zuwenden: dem Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit in all seinen Formen.

Das Bündnis wird zum 04.04.2022 diese Aktion beenden und alle damit verbundenen personenbezogenen Daten löschen, der Offene Brief wird fester Bestandteil der Webseite. Er findet sich links im Seitenmenü als oberster Eintrag.

2021: Jungen stark machen gegen Hass

Der Verein zur Förderung der Demokratie Eisenach e. V. gestaltete kürzlich zwei Bildungsveranstaltungen in Präsenz zu den Themen Jungenpädagogik und Gewaltprävention in Eisenach. Unter dem Projektnamen „Jungen stark machen gegen Hass und Gewalt“ fand am Freitag des verlängerten Herbstferienwochenendes ein Workshop für pädagogische Fachkräfte und Eltern im Saal der Automobilen Welt (AWE) statt. Am darauf folgenden Samstag und Sonntag, konnten die Jugendlichen dann selber zur Tat schreiten: In der Sporthalle des Diakonischen Bildungsinstituts „Johannes Falk“ wurde das TRAINFOR!-Jungenseminar „Calling Thunder“ angeboten. Ein buntes Team inklusive Trainer übte eine Trommelperformance ein. Die Darbietung des eigenen Werkes fand dann am letzten Tag auf dem DBI-Außengelände für die Eltern statt. Das Gesamtprojekt wurde von der Lokalen Partnerschaft für Demokratie Eisenach und Wutha-Farnroda gefördert.

Eisenach. Die Workshopleiter Thomas Krestel und Albert Krüger erarbeiteten zusammen mit sechs pädagogischen Fachkräften, wie Jungen in der Pubertät eine vertrauensvolle und motivierende Betreuung erfahren können. Thomas Krestel stellte am Nachmittag Wettkampfspiele („Powergames“) aus seinem Buch „Still sitzen verboten! – mit Jungs richtig umgehen“ vor. Sandra Göpel, Schulsozialarbeiterin aus Eisenach, zeigte sich begeistert: „Ich habe hier viele wertvolle Impulse für meine tägliche Arbeit erhalten. Ein konkretes Projekt an meiner Schule könnte schon im nächsten Schuljahr starten, wenn alles klappt“.

Am Samstag und Sonntag tauchten dann 9 Teilnehmende in die vom Rhythmus geprägte Welt von „Calling Thunder“ ein. Trainer Albert Krüger betreute zwei Tage lang intensiv die 4 Jungen, drei Väter sowie zwei 11jährige Mädchen, die das Ensemble zusätzlich bereicherten.

Seinen eigenen Rhythmus finden und diesen mit dem der Gruppe in Einklang bringen, stand im Mittelpunkt dieses Seminars. Jedes Teammitglied hatte als Trommel ein mächtiges 220-l-Kunststofffass und zwei extra lange Holzschlegel zur Verfügung. Vorkenntnisse waren nicht erforderlich.

Mit von der Partie war auch der mobile Schlagzeuglehrer Bertram David aus Eisenach: „Es war ein Wochenende, das mich tief beeindruckt hat, besonders Dank Trainer Albert Krüger. Ich kann mir gut vorstellen, als Betreuer mitzugestalten, wenn es darum geht, Calling Thunder erneut im heimischen Raum anzubieten.“ Steffen Bambach, Eisenacher Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie und ebenfalls Teilnehmer des Jungenseminars ergänzt: „Solche Angebote speziell für Jungen in der Pubertät – gegebenenfalls auch mit Vätern – gibt es in der Wartburgregion leider viel zu selten. Hier gilt es noch viel zu entwickeln und mutig voranzuschreiten, damit männliche Jugendliche ihre viele Energie nicht in irgendeine extreme Richtung lenken!“

Verein zur Förderung der Demokratie Eisenach e. V., c/o Jugendring Wartburgkreis e. V., Georgenstr. 52, 99817 Eisenach, E-Mail: jungenprojekt@bgr-eisenach.de Tel.: (0160) 69 87 581 – Ansprechpartner: Jörg Klingelhöfer