Aktion für Vielfalt und Religionsfreiheit

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach und die Religionsgemeinschaften der Stadt wollen auf dem Karlsplatz ein Zeichen für das Grundrecht auf Religionsfreiheit setzen.

Auch heute ist es in vielen Ländern immer noch lebensgefährlich, einer bestimmten religiösen Gruppe anzugehören. Für Deutschlands BürgerInnen ist es nahezu unvorstellbar, dass man uns beispielsweise für unseren christlichen oder katholischen Glauben kritisiert oder gar attackiert. Bürgern und Bürgerinnen jüdischen oder muslimischen Glaubens ergeht es da leider oftmals anders. Darum ist es wichtig, dass wir uns in Deutschland und auch in Eisenach auf unsere lang erkämpften Grundrechte besinnen und berufen, zu denen u.a. die Religionsfreiheit gehört.

Deshalb ruft das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach in Zusammenarbeit mit der Muslimischen Gemeinde Eisenachs, der evangelischen, katholischen sowie der evangelisch-methodistischen Kirchgemeinde Eisenachs zu einer Aktion für Vielfalt und Religionsfreiheit am Samstag, dem 13.05.2017 von 12:00 bis 14:00 Uhr auf dem Karlsplatz auf.

Eine Bühne mit Musik und kleinem Programm wird es geben. Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften werden zu Wort kommen. Außerdem werden Mitglieder und Freunde der Muslimische Gemeinde kleine orientalische Köstlichkeiten vorbereiten und laden die Eisenacher Bürger ein, Vielfalt über den Gaumen zu erleben. Auch ein Fotoshooting für Toleranz wird Teil der Aktion auf dem Karlsplatz sein.

Zu zeigen, dass Eisenach eine weltoffene Stadt ist, in der Menschen unabhängig von ihrer Religion und Weltanschauung friedlich miteinander leben, ist den Veranstaltern wichtig.

Dies soll ein deutliches Zeichen gegen den Aufruf der NPD zu einer Demonstration am gleichen Tag sein, die sich mit rechtspopulistischen Parolen gegen den muslimischen Gebetsraum in Eisenach richtet und damit die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit einschränken will.

Wie an allen anderen Tagen der Woche auch ist der muslimische Gebetsraum geöffnet. Die Mitglieder der muslimischen Gemeinde wollen sich nicht verstecken, sondern laden an diesem Tag alle Interessierten und Neugierigen ein, einen Blick in den Raum der Versammlung und des Gebetes am Karlsplatz zu wagen und ihre Fragen direkt und offen zu stellen.

Von 12:45 bis 13:15 Uhr sind dann alle EisenacherInnen unabhängig von Religion und Weltanschauung – Christen, Atheisten, Muslime, Menschen jüdischen Glaubens, … – aufgerufen, sich an einer friedlichen Menschenkette vom Nikolaitor bis zum Eingang der Karlstraße zu beteiligen.

Bitte bringen Sie ein farbenfrohes Tuch oder einen bunten Schal mit, um die bunte Vielfalt, die wir uns für unsere Stadt wünschen, auch sichtbar werden zu lassen.

Gedenken zum 08. Mai

Auch in diesem Jahr laden die Stadt Eisenach und der DGB Kreisverband Eisenach-Wartburgkreis wieder dazu ein, am Montag, dem 08.05.2017 den gefallenen sowjetischen Kriegsgefangenen und Strafarbeitern in Eisenach
zu gedenken.

Daher findet um 18:00 Uhr auf dem Ehrenfriedhof eine Gedenkveranstaltung mit anschließender Kranzniederlegung statt.

 

Demonstration: Eisenach, wach auf! Du hast ein Nazi-Problem!

Termin: 28.04.2017 ab 18:00 Uhr
Start: Bahnhof Eisenach/West

Die Stadt Eisenach ist derzeit bundesweit in den Medien. Nein. Man kann sogar sagen: Die ganze Welt schaut gerade auf Eisenach. Feierlich und mit kunstvollen Inszenierungen wurde das Reformationsjahr 2017 eröffnet. Dass Eisenach dabei eine ganz besondere Bedeutung innehat, liegt an der intensiven Verbindung zwischen der Stadt und dem Reformator Martin Luther.

Man erwartet nun gerade im diesem Jahr einen großen Ansturm von internationalen Gästen und tut alles dafür, damit diese sich in der Wartburgstadt wohl und willkommen fühlen. Auf den ersten Blick sollte diesem Ziel nichts im Wege stehen. Doch schaut man etwas genauer hin, wird eines schnell deutlich: Eisenach hat ein Nazi-Problem!

Neben diversen rechten Aufklebern, findet man im Stadtbild eine Vielzahl von Nazi-Schmierereien und Graffitis wie „Nazi Kiez“, „NS Area“ oder „HTLR“ (Abkürzung für Hitler ohne Vokale) an Häuserwänden. Doch damit nicht genug: Die Neonazis haben in Eisenach eine eigene Immobilie, die immer wieder als Ort für Treffen und Veranstaltungen aller Art dient.

So war bereits die verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck zu Gast in dem Haus in der Katharinenstraße. Auch traten in der Vergangenheit mehrfach rechtsextreme Musikgruppen in der Landesgeschäftsstelle der NPD auf und weitere Konzerte werden bereits angekündigt. Neben Kirchheim im Ilm-Kreis und Kloster Veßra im Landkreis Hildburghausen gilt Eisenach inzwischen als eine der Hochburgen der rechten Musikszene.

Weiterhin wird die Wartburgstadt immer wieder von dem extrem rechten Akademikerbund „Deutsche Burschenschaft“ (DB) heimgesucht. In diesem Jahr trifft man sich sogar zweimal in Eisenach sowie im benachbarten Seebach. Inzwischen hat man hier auch ein eigenes Sekretariat eingerichtet. Man fühlt sich also offenbar heimisch.