Am Wochenende des 26. und 27. Mai treffen sich erneut die in der DB zusammengeschlossenen Burschenschaften aus Deutschland und Österreich zu ihrem jährlichen Treffen in Eisenach und Seebach. Es gilt wie auch in der Vergangenheit: Die Deutsche Burschenschaft ist in Eisenach und in der Wartburgregion nicht willkommen!
Das Bündnis fordert den neu gewählten Bürgermeister der Gemeinde Seebach, in deren Kulturhaus die Veranstaltungen der DB stattfinden, gerade vor der Geschichte des Gebäudes im 2. Weltkrieg, auf, die Entscheidung seiner Vorgängerin hinsichtlich der Beherbergung der DB zu überdenken und, soweit dies rechtlich möglich ist, zu korrigieren. Ebenso begrüßt das Bündnis weiterhin die Entscheidung der Wartburg-Stiftung, der DB weiterhin den Zutritt zur Wartburg zu verwehren. Der Missbrauch dieses Denkmals deutscher Geschichte darf sich nicht mehr fortsetzen.
Das Bündnis gegen Rechtsextremismus, weist wie jedes Jahr darauf hin, dass es in der Wartburgregion keinen Platz für Elitedenken, Nationalismus und Antisemitismus gibt. Wir werden weiterhin darlegen, dass sich hinter den farbentragenden feierfreudigen und umsatzbringenden Touristen der Charakter einer Gemeinschaft verbirgt, welche sich selbst ideell im Kaiserreich und der Weimarer Republik verortet und die politische und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands und Europas ignoriert.
Denn es waren gerade Burschenschaftler aus Marburg, welche als Mitglieder einer Reichswehrbrigade im März 1920 mit den Morden an 15 Arbeitern in Mechterstädt ihr Verhältnis zur Demokratie und den oft beschworenen deutschen Tugenden zeigten. Und wenn sich die Burschenschaften immer noch hinter der längst widerlegten Legende der „Zwangsauflösung“ von 1936 verstecken, ist ihre aktive Rolle bei der Etablierung nationalsozialsozialistischen Gedankengutes in den deutschen Universitäten nicht wegzudiskutieren. Hier fehlt eine ernsthafte Auseinandersetzung der DB mit den antihumanistischen, antidemokratischen und antisemitischen Teilen Ihrer Tradition.
Wir stehen allen demokratischen und zivilgesellschaftlichen Kräften in der Region in ihren Bemühungen bei, den Charakter der Wartburgregion als weltoffene, kulturell und menschlich bunte Region zu erhalten und die Burschenschaften der DB endlich in die Verantwortung zu setzen, welche sie in der neueren deutschen Geschichte haben.

Wir werden, mal wieder, Nazi-Aufkleber im öffentlichen Raum entfernen. Dieses Mal, wie beim letzten Mal, in der Eisenacher Innenstadt.
Auch heute ist es in vielen Ländern immer noch lebensgefährlich, einer bestimmten religiösen Gruppe anzugehören. Für Deutschlands BürgerInnen ist es nahezu unvorstellbar, dass man uns beispielsweise für unseren christlichen oder katholischen Glauben kritisiert oder gar attackiert. Bürgern und Bürgerinnen jüdischen oder muslimischen Glaubens ergeht es da leider oftmals anders. Darum ist es wichtig, dass wir uns in Deutschland und auch in Eisenach auf unsere lang erkämpften Grundrechte besinnen und berufen, zu denen u.a. die Religionsfreiheit gehört.
Die Stadt Eisenach ist derzeit bundesweit in den Medien. Nein. Man kann sogar sagen: Die ganze Welt schaut gerade auf Eisenach. Feierlich und mit kunstvollen Inszenierungen wurde das Reformationsjahr 2017 eröffnet. Dass Eisenach dabei eine ganz besondere Bedeutung innehat, liegt an der intensiven Verbindung zwischen der Stadt und dem Reformator Martin Luther.